Referenzen und Netzwerken_Mikrofon

Ein Frauennetzwerk bietet Dir einen Vortragsplatz – gut für Deine Referenz…

denkst Du.

Ohne Geld natürlich. Immerhin musst Du froh sein, von der Reputation des Netzwerks zu profitieren. Es ist schließlich eine Ehre. Und Du hast ja auch selten die Gelegenheit, vor einer großen Gruppe zu sprechen. Werbung für Dich zu machen. Die Liste der Pro-Argumente ist lange.

Und jetzt komme ich und sage STOP – keine Vorträge für Netzwerke nur für die Referenz.

Denn: Was passiert dabei eigentlich? Und vor allem wohin führt das?

Du darfst für die Zeit, die Du investierst, selbstverständlich etwas verlangen.

Warum ich so denke, kannst Du gerne in den folgenden Zeilen lesen:

Seit 10 Jahren verweigere ich mich erfolgreich in Frauennetzwerken zu referieren, die einfach kategorisch und trotz besserer Möglichkeiten NULL dafür zahlen (wobei sie für männliche Referenten durchaus mal Ausnahmen machen, wenn er nun anders gar nicht zu gewinnen ist).
In diesen 10 Jahren habe ich wohl so ziemlich jeden Grund gehört DAFÜR:

eine Frau, die etwas zu sagen hat, die mit Freude und Begeisterung inspiriert, Wissen teilt und Gedanken hinterlässt, die über Wochen nachreifen und im Idealfalle ein Leben lang begleiten NICHT zu bezahlen.

 

Nun habe ich hier mein DAGEGEN – es ist kurz, knapp und klar, und ich wünsche mir sehr, dass Du Dich dort wiederfindest.

Keine Bezahlung für eine professionelle Leistung widerspricht

  1. meinem Selbstwert
  2. all meinen Erfahrungen eines stimmigen Geben und Nehmens
  3. letztendlich sogar meinem Glauben an die Menschheit.

Sollte es nicht das NORMALSTE der Welt sein, das gerade Frauennetzwerke ihre Referentin, die sich diesen Abend exklusiv dafür frei gehalten hat, sich darauf vorbereitet und alle an diesem Abend unterhält und einen Wert stiftet, zu bezahlen?

Ich verstehe das einfach nicht. Du?

Was sind Deine Gründe? Du kannst gerne die Kommentarfunktion nutzen und mir Deine Gründe erzählen.

Einmal habe ich in einem weltweit erfolgreichen Frauennetzwerk von Frauen in gehobenen Positionen referiert. Als Honorar habe ich immerhin eine feste Buchabnahme ausgehandelt und die Freiheit über das zu reden, was ich will. Und dann habe ich über genau diesen Missstand referiert.
Das war der abschließende Kern meiner Wahrnehmung als Botschaft: Ich nehme das kategorische Nichtbezahlen als Mangel, Verletzung und Kleinhalten wahr. Das zu erleben macht mich traurig und es verletzt mich, dass das Beste, was ich zu Geben bereit bin, einfach nicht honoriert werden will. Mein Wunsch ist, dass Frauen das mal für sich hinterfragen und das in sich finden, was sie sind: liebevoll, großzügig und das gerne!, wertschätzend.

Kleingeistigkeit vermehrt Kleingeistigkeit.

Wenn wir wachsen wollen, müssen wir (man muss ja grundsätzlich mal nichts im Leben, aber in dem Falle ausnahmsweise eben schon  🙂 ) wachsen und aus unserer inneren Größe heraus handeln.

Nicole_Rupp_28112013

Hach… das musste mal raus.

Ich hoffe, dass das viel breiter gehört wird. Dass erfolgreiche Frauen – gleich wie schwer sie es gehabt haben mögen – es anderen nicht ohne jede Selbstreflektion schwer machen, während es längst für alle leichter, freudvoller und beziehungsstärker ginge. Für 40 Frauen je 10 Euro zu zahlen, ist für alle leichter, als für eine auf 400 Euro Aufwandsentschädigung zu verzichten (ich rede also längst noch nicht von Honoraren – so weit reicht meine Visionskraft im Moment noch nicht, aber die Hoffnung keimt…).

Für jeden stimmigen Austausch – wie auch immer der im speziellen Fall gestaltet werden kann – bin ich jederzeit offen und freue mich darauf.

Selbst wenn das Geld hinterher 1:1 gespendet wird, kann ich aus Erfahrung nur sagen: Es fühlt sich wesentlich reicher an zu erleben, dass man etwas Wertvolles zu geben hat, geschätzt wird und nur in diesem Fluss immer mehr zu geben hat und man nur dadurch großzügig sein kann.

Wie siehst Du das? Schreibe mir gerne in den Kommentaren und lass uns darüber visionieren 🙂

Da ich gerne neue Erfahrung dazu sammle, habe ich gleich Neues probiert. Hier geht es zur Fortsetzung: Geld als Geschenk.