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11.01.2016

Warum ich eine Geldheldin bin. Und Du mit ziemlicher Sicherheit auch

Ich bin aus mehreren gut funktionierenden Lebensmodellen ausgestiegen. Aus der sicheren Laufbahn, aus dem gut bezahlten Jahr in Asien, aus der Idee, dass Geld harte Arbeit sein muss. Was danach kam, war ein Jahr ohne Besitz und mit sehr viel Vertrauen.

Eine Geldheldin ist für mich jemand, der aus einem funktionierenden Erfolgsmodell aussteigt, um das zu leben, was sich wirklich sinnvoll anfühlt. Ich habe das mehrfach getan. Jedes Mal musste ich mich vorher von einer Überzeugung verabschieden.

Drei Sätze, die ich losgelassen habe

Geld ist harte Arbeit. Das habe ich als Kind gelernt und in der Metzgerei meiner Eltern jeden Tag vorgelebt bekommen.

Erfüllung kommt über Sicherheit. Ich hatte meinen Traumberuf in der Arbeitsvermittlung und habe gekündigt. Die Aussicht auf die Beamtenlaufbahn fühlte sich trotz aller Bequemlichkeit nach Sterben auf Raten an, nicht nach Entwicklung.

Geld ist Erfolg. Eine mögliche Karriere in einem großen deutschen Konzern habe ich gar nicht erst weiterverfolgt. Nach einem sehr gut bezahlten Jahr in Asien habe ich gespürt: Mehr Geld verfehlt seinen Wert, wenn die eigene Erfüllung fehlt. Das Strahlen in den Augen hängt nicht daran, was jemand hat.

Das Jahr, in dem ich nichts besaß

In Costa Rica habe ich ein Jahr lang beim Aufbau einer Stiftung mitgearbeitet, im echten Tausch: Kost und Logis gegen Pressetexte, Übersetzungen und Vermarktung. Am Ende kannte ich über 150 Hotels, Lodges und Reiseveranstalter und mindestens genauso viele Geschichten der Menschen dahinter.

Es war ein Jahr, in dem ich überall als Mensch zu Hause war. Für mich war es eine Neugeburt. Versorgt sein nicht durch Besitz, den ich gar nicht hatte, sondern durch das Bewusstsein, im Austausch mit anderen bereits bestens versorgt zu sein.

Die Falle, aus der ich raus wollte

Als Kind lernt man Sätze wie Glück im Spiel, Pech in der Liebe. Oder: Man kann eben nicht alles haben. Lieber wenig haben und glücklich sein als viel haben und unglücklich.

Diese Entweder-oder-Falle hat nichts mit dem Leben zu tun, sondern mit einem Missverständnis darüber. Das Leben liebt uns genug, um uns beides zu erlauben: reich und glücklich zu sein. Wenn wir daran zweifeln, dann weil wir etwas Kostbares verloren haben. Vertrauen.

Was daraus wurde

Seitdem ist es meine Mission, Menschen den Weg zu echtem Reichtum zu ebnen, finanziell wie menschlich. Es geht nicht um Verzicht. Es geht um mehr.

Finanziell frei bin ich vor allem dadurch, dass ich freie Entscheidungen treffe, zunächst unabhängig davon, was sie kosten. Und wenn eine Entscheidung doch am Geld zu hängen scheint, kommt die nächste Frage: Wie geht es trotzdem?

Ich lebe nicht nur meine Berufung, sondern auch alles andere, was mir wichtig ist. Zeit für mich. Zeit, um für meine Kinder da zu sein, wenn sie mich wirklich brauchen. Zeit, damit entstehen kann, was von allein entstehen will.

Oft sind es die kleinen, kaum sichtbaren Veränderungen, aus denen langfristig etwas Großes wird. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein sehr großer für einen einzelnen Menschen.

Mein Wunsch

Dass es mehr werden. Frauen, die erkennen, dass sie alles in sich tragen, was ein freudvoller Umgang mit Geld braucht. Die sehen, dass sie mit dem Verzicht auf Geld nichts Besseres bewirken, sondern mit mehr Geld mehr Gutes tun können.

Und selbst wenn wir eines Tages gar kein Geld mehr hätten: Was es für einen guten Austausch braucht, brauchen wir auch ohne Geld. Wertschätzung, Vertrauen und Liebe in Beziehungen.

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