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12.06.2015

Geld als Geschenk. Ein Abend, an dem 140 Euro auf dem Tisch lagen

Ich halte Vorträge und verlange dafür Geld. Nicht aus Geiz, sondern weil Geld erlebbare Wertschätzung ist. An einem Abend kam alles zusammen: gute Bezahlung, Geschenke und zwölf Menschen, die spontan 140 Euro auf den Tisch legten.

Kürzlich habe ich darüber geschrieben, dass ich für Vorträge in Netzwerken Geld verlange. Nicht aus Geiz. Sondern weil Geld erlebbare Wertschätzung ist. Warum ohne Geld, wenn es auch mit Geld geht?

Kurz darauf ergab sich die nächste Gelegenheit zum Experimentieren. Und der Abend ging weiter, als ich gedacht hätte.

Drei Dinge auf einmal

Erstens: großzügige Bezahlung. Ich hatte sogar angeboten nachzulassen, falls sich der Abend für die Veranstalter nicht rechnet. Das Angebot wurde eindeutig abgelehnt.

Zweitens: Geschenke. Blumen vor dem Vortrag. Danach ein schönes Buch mit einer Widmung, die mich gerührt hat.

Drittens: eine Frage an den Raum. Ich habe die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefragt, ob sie freiwillig zehn Euro geben würden, um einer Geldheldin hundert Euro zu schenken.

Was dann passierte

Es lagen schnell 140 Euro auf dem Tisch. Zwölf Menschen, strahlende Augen. Hundert Euro gingen an die Beschenkte, vierzig in einen frisch gegründeten Finanztopf. Am Ende waren vierzehn Menschen glücklich und ein bisschen Geld hatte sich von Herzen bewegt.

Die Beschenkte wollte das Geld zuerst nicht annehmen. Sie wollte es mir zurückzahlen. Diesmal hatte ich ein Argument, gegen das sie nichts ausrichten konnte: Es war gar nicht mein Geld. Es war das Geld und die Wertschätzung von zwölf anderen Menschen.

Warum ich das erzähle

Weil man Vorträge natürlich weiter kostenlos halten und sich das als gute Tat anrechnen kann. Mein Verstand, mein Herz und meine Erfahrung sprechen da einfach eine andere Wahrheit. Mit Geld kommt für alle mehr dabei heraus. Für die Veranstalter, für die Gäste, für die, die am Ende beschenkt wird.

Geld ist das, was wir daraus machen. Machen wir doch das Beste daraus.

Und falls Du Dich fragst, ob so etwas im Großen funktioniert: Genau das probiere ich gerade wieder aus. Mein Roman soll drei Preise haben, und wer mehr gibt, ermöglicht jemand anderem einen günstigeren Zugang. Derselbe Gedanke, nur ein Stück weiter gedacht.

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