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18.11.2015

Am teuersten wird es, gegen sich selbst zu handeln

Eine Gründerin fragte mich, ob sie ihren geplanten Urlaub absagen soll, um Geld für die Gründung zusammenzuhalten. Meine Antwort hat sie überrascht.

Vor Kurzem hatte ich ein Telefonat mit einer angehenden Geldheldin, die gerade gründet. Sie fragte, ob sie ihren geplanten Salsa-Urlaub absagen müsse, um das Geld für die Gründung zusammenzuhalten.

Ich sagte: Neun von zehn Coaches würden sicherheitshalber dazu raten. Nur, wenn Du mich fragst, könnte ich das mit meinem Wissen und Gewissen nicht vereinbaren.

Was ich immer wieder beobachte

Am teuersten wird es, gegen sich selbst zu handeln. Gegen das, was die eigene Seele nährt.

Es ist eine Milchmädchenrechnung zu sagen: Spar Dir das Geld, dann hast Du es für Notfälle und sinnvollere Investitionen.

Die Wahrscheinlichkeit potenzieller Notfälle scheint bereits mit diesem Gedanken zu steigen. Genauso die Wahrscheinlichkeit, demotiviert loszulegen.

Der Preis ist am Ende immer höher, emotional und finanziell. Denn das Geld ist durch seltsame Zwischenfälle und fehlende Einnahmen genauso weg, nur eben zusammen mit der guten Laune.

Eine Geschichte aus dem Kurs

Eine Teilnehmerin hat ihre Erfahrung aufgeschrieben. Ich gebe sie hier mit ihrer Erlaubnis wieder:

Ich konzentriere mich ja darauf, Geld zu bekommen, ohne zu tun. Aber: Mein Vertrauen in dieses Nichttun war sehr minderwertig. Also sicherheitshalber weiterhin tun.

Ein lieber Ex-Kollege rief an und fragte, ob ich aushelfen kann. Klar kann ich. So verdiene ich wenigstens ein bisschen dazu. Obwohl sich in mir alles dagegen sträubte, habe ich zugesagt, mit dem Gedanken: Es sind ja nur drei Tage.

Den Hörer aufgelegt, wollte ich aufstehen. Und dann ging nichts mehr. Ischiasnerv eingeklemmt.

Warum jetzt? Wegen der drei Tage? Genau. Wegen der drei Tage. Sie sind meine Sicherheitsleine. Mein Hintertürchen.

Mein Körper hat ein Machtwort gesprochen: Entweder Du machst die Hintertürchen zu, oder ich mach sie Dir zu.

Es waren drei tränenreiche Tage. Jetzt sind die Hintertürchen zu und ich bin auf neuem Kurs.

Warum solche Geschichten wichtig sind

Weil wir Geld gern rein rational kalkulieren und glauben, wir könnten so den Geldfluss kontrollieren. Wer mehr verzichtet, hat mehr, denken wir. Während das Geld tatsächlich zerrinnt und die Energie schwindet.

Vertrauensvoll, mutig und trotzdem bedacht loszugehen ist die gesunde Voraussetzung für alles, was daraus erwächst.

Jede Zwischenlösung mit sich selbst ist verhandelbar, solange die Perspektive klar ist. Ein echtes Zurück des Geldes wegen gibt es immer weniger, wenn wir uns einmal auf den Weg gemacht haben, uns selbst zu folgen.

Diese Geschichte geht weiter

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