17.06.2015
Der blaue Schmetterling, der in die Süddeutsche flog
Vor knapp zwanzig Jahren habe ich in Costa Rica eine Entscheidung getroffen. Seitdem begleitet mich ein blauer Schmetterling. Lange galt er im Zusammenhang mit Geld als esoterischer Unfug. Dann tauchte er auf dem Titel einer Zeitungsbeilage auf.
Geh langsam, wenn Du es eilig hast. Das ist seit Jahren mein Motto, und selten hat es sich so bestätigt wie an diesem Morgen am Kiosk.
Ein Titelbild, das ich kannte
Im Juni erschien die erste Ausgabe von PLAN W, der Beilage der Süddeutschen Zeitung. Auf dem Titel steht: Frauen verändern die Welt. Darüber die Zeile von der neuen Signatur der Macht. Und als Bild? Ein blauer Schmetterling, gezeichnet mit nachtblauem Füller.
Ich stand da und musste lachen. Denn diesen Schmetterling kenne ich ziemlich gut.
Woher er kommt
Er war nie ein zufälliges Dekor auf meiner Website, meinen Karten und meinem Buch. Er ist mein Morpho, aus meinem persönlichen Glücksgebiet in Costa Rica, wo ich viele glückliche Momente verbracht habe. Er ist Ausdruck einer Entscheidung, die ich dort 1996 getroffen habe, und der Beginn einer langen Reise, die mich seitdem trägt.
Als 2006 mein Buch Haben kommt von Sein. Der Wandel zur erfüllten Geldbeziehung erschien, saß er auf dem Umschlag. Ein blauer Schmetterling auf blauem Grund, auf einem Buch über Geld. Das galt damals als schwer esoterisch und nicht ernst zu nehmen. Das Buch hat trotzdem seinen Weg gemacht und ist heute eine Rarität.
Warum ein Schmetterling und kein Diagramm
Weil es bei Geld um Verwandlung geht. Nicht um eine Optimierung, nicht um einen besseren Tarif, sondern um eine echte Metamorphose. Um die Erkenntnis, dass Geld Beziehung ist.
Wenn wir das wirklich sehen und spüren, dann verlieren ein paar Sätze ihre Selbstverständlichkeit:
- mehr Geld durch weniger Beziehung
- mehr Geld durch eingesparte Nähe
- mehr Geld durch Einsparungen bei Menschen
- mehr Geld auf Kosten von Mensch und Natur
An ihre Stelle darf etwas anderes treten: wertschätzendes Miteinander und Respekt vor Mensch und Natur. Die Erde braucht uns nicht. Wir brauchen eine gesunde Erde. Und Geld ist dafür das einfachste und mächtigste Gestaltungsmittel, das wir haben. Wie wir es ausgeben, ist unser täglicher Ausdruck dessen, was wir wirklich schätzen.
Manchmal ist die Zeit einfach reif
Warum die Redaktion damals ausgerechnet diesen Schmetterling gewählt hat, weiß ich bis heute nicht. Ich weiß nur, wie es sich angefühlt hat: bestärkend. Zwanzig Jahre lang quer gedacht, und plötzlich liegt das Bild, über das gelächelt wurde, auf dem Zeitungsstapel.
Manchmal ändert sich die Welt schneller, als der eigene Verstand denkt. Man muss nur lange genug dranbleiben an dem, was einem wichtig ist.
Ich habe es übrigens immer noch nicht eilig. Ich bin gekommen, um zu bleiben.
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